Wuchsen die Bananen schon immer auf den Kanaren

Die "krummen Gelben" gibt es in allen Variationen. Es gibt den Bananenlikör, Schlüsselanhänger in Form einer Bananenstaude, Badetaschen etc. Man könnte noch viele Dinge aufzählen. Gerne werden diese Souvenirs von den Inseln des "Ewigen Frühlings" mit nach Hause genommen. Schon die Ureinwohner fütterten ihre Kinder mit dem so gesunden Bananenbrei.

Viele Reiseveranstalter führen daher auch Besichtungen einer Bananenplantage durch. Nun kann man die riesigen Plantagen bestaunen, dessen Früchte man sonst nur aus dem Supermarkt oder Gemüsegeschäften kennt. Wenn zum Schluß der Besichtigung noch ein Gläschen echter kanarischer Bananenlikör serviert wird, wird der Eindruck perfekt, die Banane komme von den Kanaren.

Im Jahre 1402 brachten die Portugiesen die Bananenpflanzen auf den Archipel und legten Plantagen an. Es dauerte aber noch sehr lange, bis die Bananenkultur ein wichtiger Bestandteil der kanarischen Landwirtschaft wurde.

Die Banane zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Erde und ihre Historie reicht tausende von Jahren zurück. In buddhistischen Texten aus dem sechsten Jahrhundert vor Christus werden Bananen erwähnt, genau wie in den indischen Tationalepen Mahabharata und Ramajana, die um die Zeitwende entstanden. Im Jahr 327 vor Christus endeckte Alexander der Große die Banane und aus dieser Zeit stammen auch die frühesten europäischen Erzeugnisse. Auch Yang Fu, chinesischer Geschichtsschreiber, berichtete von dem florierendem Bananenanbau in seinem Heimatland. Bananen werden auch in uralten Schriften und dem Koran erwähnt. Seit der Begegnung mit den Arabern bekam die Frucht den Namen "Banane". "Banan" bedeutet auf arabisch Finger und da diese Frucht so krumm ist, kam der Name gelegen. Sie wird in diesen Schriften auch als "Baum des Paradieses" bezeichnet. Auf eine sehr frühe Bedeutung der Frucht weisen auch Namen wie "Adams Feige" und "Paradiesapfel" hin. Der Botaniker Linnaeus, mit bürgerlichem Namen Carl v. Linné, gab der Banane erst Jahrhunderte später ihren wissenschaftlichen Namen, als er 1753 die Flora der Welt klassifizierte. "Musa sapientum", die "Frucht des weisen Mannes" nannte er die Banane.

Im Jahr 650 nach Chr. brachten islamische Krieger die Frucht nach Ägypten und Palästina. Von Ostafrika quer durch den schwarzen Kontinent bis nach Guinea wurde die Bananenpflanze in der Epoche des Elfenbein- und Sklavenhandels an der Atlantikküste verbreitet. Von dem Wohlgeschmack der Bananen waren die Portugiesen so begeistert, dass sie sie auf die nah gelegenen Kanaren mitnahmen und dort anpflanzten. Die Bananenkultur läßt sich auf den Kanarischen Inseln bis in das 15. Jahrhundert zurück verfolgen.

Nach der Entdeckung der Neuen Welt durch die Spanier wurde die Banane im 16. Jahrhundert "amerikanisch". Tomás de Belanga, Franziskanermönch, Missionar und späterer Bischof von Panama brachte die Banane - mit dem Hintergrund sie als neues Volknahrungsmittel für die Bevölkerung - im Jahr 1516 als "las-ting gift" nach Santo Domingo in die Karibik mit.
Schnell verbreitete sich die Pflanze auf den Karibischen Inseln und auf dem mittel- und südamerkanischem Festland. Ausser des reichen Ertrages an Früchten, boten die großen Blätter Schatten unter der heißen Sonne. Amerikanische Handelssegler probierten zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal die Bananen und waren derartig angetan von deren Geschmack, dass sie die Banane in ihre Heimat mitnehmen wollten. Allerdings überstanden die Bananen die weite Ozeanreise nicht, da sie wegen der hohen Temperaturen schwarz wurden, oder sie erfroren in den eisigen Winterwinden.

Auf einer Ausstellung der 100-Jahr-Feier der amerikansichen Unabhängigkeit in Philadelphia wurde die Banane offiziell der amerikanischen Öffentlichkeit vorgestellt. Das war erst im Jahr 1876. Einzeln in Silberfolie verpackt wurde die Banane für 10 Cents verkauft (damals der Preis für 1 1/2 Liter Milch) und war noch etwas besonderes.

Anfang des 19 Jahrhunderts waren die Kanarier gezwungen nach Alternativen zu suchen, da der Niedergang des Weinanbaus katastrophale Folgen für Landwirte hatte. Somit baute man auf Gran Canaria wieder Produkte aus der Vergangenheit an, wie Zuckerrohr, Kaffee und Tabak. Das allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Als Bertelot, Botaniker, Mitte des 19. Jh. die Zwergbanane aus Indochina einführte, kam die Wende. Schon nach 10 Jahren wurde die Banane der bedeutendste Exportartikel Gran Canarias, da sich die Landwirte schnell an die Umstellung auf den Bananenanbau gewöhnte.

Die Stadt der Bananen - Arucas

Die Kanaren waren durch ihre geographische Lage im Vorteil, solange die Aufnahmekapazität der Märkte begrenzt war. Durch die technische Weiterentwicklung der Transportschiffe änderte sich das schnell. Heute überschwemmen Bananen den Markt, da täglich Tausende von Bananenkartons in moderne und schnelle Kühlschiffe verladen und in alle Welt verschifft werden. Somit werden sie zu günstigeren Preisen als die kanarische Zwergbanane angeboten, die aber viel besser und süßer schmeckt als ihre "große" Konkurrenz. Wer nach Arucas oder Gáldar fährt, sieht um sich herum nur Bananen, obwohl die Anbauflächen auf der Insel kleiner geworden sind.

Warum ist die Banane krumm?

Hierfür gibt es eine wissenschaftliche Antwort: Wenn die Fruchtansätze noch unter den Deckblättern verborgen und somit beschatt werden, wächst die junge Frucht der Schwerkraft folgend nach unten. Fallen die Deckblätter ab und Licht fällt nun auf die winzigen Bananen, krümmen sie sich nach oben. Das Licht aktiviert ein Hormon im inneren der Banane, welches diese entgegen der Schwerkraft zum Licht wachsen läßt.
Und vergessen Sie nicht, wenn Sie das nächste Mal eine Banane verzehren,: Sie essen "banan" einen Finger